Mehr Raum zum selbstständigen Lernen und Entdecken
Wo früher Stuhlreihen vor einer Bühne standen, finden die Kinder der Kirchschule künftig Raum zum Lernen, Spielen, Bewegen und Zusammensein. Die Sennegemeinde Hövelhof hat die ehemalige Aula der Grundschule umfassend saniert und in einen modernen Lern- und Betreuungsbereich verwandelt. Rund 273 Quadratmeter stehen der Schule damit zusätzlich zur Verfügung. Mit einer kleinen Feier hat die Kirchschule die neuen Räume nun offiziell eröffnet.
Gemeinsam freuen sich das Schülerparlament sowie Vertreterinnen und Vertreter der Kirchschule, der Sennegemeinde Hövelhof und des Planungsbüros RUUM Design über die gelungene Umgestaltung der ehemaligen AulaDer große Raum erstreckt sich über mehrere Ebenen und bietet viele unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten. Auf der oberen Fläche lassen sich bewegliche Tische, Stühle, Stellwände und weitere mobile Möbel je nach Bedarf neu anordnen. Kleine, hausförmige Rückzugsorte laden zum Lesen, konzentrieren Arbeiten oder Entspannen ein. Im tiefer liegenden Bereich bilden fest eingebaute Sitzstufen eine Art Forum. Dort können die Kinder in Gruppen arbeiten, Ergebnisse präsentieren oder sich zu Gesprächs- und Spielrunden treffen. Auch die ehemalige Bühne gehört zum neuen Raumkonzept und schafft zusätzlichen Raum. Die Nutzung orientiert sich an den pädagogischen Zielen der Schule und am Tagesablauf: Am Vormittag können die Kinder eigenständig einen Lernplatz wählen und selbstverantwortlich in der offenen Lernlandschaft arbeiten, ihre Lernergebnisse präsentieren, individuell durch die Lehrkräfte gefördert werden oder die Rückzugsbereiche nutzen. Nach Unterrichtsschluss übernimmt die OGS den Raum. Dann bieten die verschiedenen Zonen Platz für Hausaufgaben, gemeinsames Spielen, kreative Angebote, Bewegung und ruhige Pausen. „Der neue Bereich ist wirklich toll geworden. Die Farben, Materialien und verschiedenen Ebenen ergeben ein sehr harmonisches Gesamtbild, das ein angenehmes Lernklima entstehen lässt“, sagt Schulleiterin Christine Kirchner. „Wir haben uns während der Planung eng mit der Gemeinde und dem beauftragten Planungsbüro RUUM Design aus Lippstadt abgestimmt. So konnten wir die Räume genau auf die Bedürfnisse unserer Schülerinnen und Schüler ausrichten.“ Auch bei den Kindern kommt das Ergebnis sehr gut an. Bei einer ersten Besichtigung erkundeten sie neugierig die verschiedenen Ebenen und Rückzugsorte. „Die Kinder waren beeindruckt und haben uns sofort gesagt, wie schön sie den Raum finden“, berichtet Kirchner. „Auch den Namen haben sie selbst gewählt: Das Kinderparlament entschied sich für ‚Regenbogen-Villa‘, weil der Raum so viele unterschiedliche Möglichkeiten bietet, wie ein Regenbogen Farben hat.“ Etwa 200 Quadratmeter umfasst die frühere Aula, weitere 73 Quadratmeter entfallen auf die ehemalige Bühne. Darüber hinaus bezog die Gemeinde sechs kleinere ehemalige Abstell- und Sanitärräume in das Gesamtprojekt ein und richtete sie als zusätzliche Räume für kleinere Lerngruppen und die Betreuung her. „Für größere Schulveranstaltungen bot die Aula angesichts der gestiegenen Schülerzahlen nicht mehr ausreichend Platz. Die Kirchschule nutzt dafür inzwischen die Sporthalle, während für außerschulische Veranstaltungen die Aula der Krollbachschule zur Verfügung steht. Mit der Umgestaltung konnten wir die frei gewordene Fläche einer neuen, langfristig sinnvollen Nutzung zuführen“, erklärt Claudia Bochnig vom Bauamt der Gemeinde Hövelhof. Hinter der hellen und offenen Gestaltung steckt eine umfangreiche Kernsanierung. Die Gemeinde ließ sämtliche Einbauten entfernen und erneuerte unter anderem die Decken samt LED-Beleuchtung, die Fußböden und die Türen. Eine neue Lüftungsanlage sorgt künftig für einen regelmäßigen Luftaustausch. Das Land Nordrhein-Westfalen hat das Projekt über das Förderprogramm zum Ausbau ganztägiger Bildungs- und Betreuungsangebote für Kinder im Grundschulalter mit rund 423.000 Euro unterstützt. Das entspricht etwa 84 Prozent der Gesamtkosten von rund 502.000 Euro.